Eindrucksvolle Reise nach Tansania

Familie Blöbaum zu Besuch in Ikwete GruppenbildSeptember 2015 – endlich kann unsere Reise nach Tansania beginnen. Nachdem ich schon so lange im Partnerschaftsausschuss mitarbeite und dadurch viel über die Menschen und das Land erfahren habe, wollten mein Mann und ich endlich einmal alles kennenlernen.

Am 14.09. 2015 ging es los. Leider mussten wir durch eine Flugverspätung eine Nacht in Istanbul verbringen, doch Pfarrer Mpolo, der ja im Juli unser Gast war, holte uns auch einen Tag später als geplant ab. Dafür waren wir ihm sehr dankbar, denn wir selbst hätten uns gleich zu Beginn nur schwierig zurechtgefunden.

Es ging also mit dem Bus in Richtung Iringa. Natürlich wollten wir auch einen Eindruck der Naturschönheit Afrikas gewinnen, was wir gleich mit dem Ruaha National Park in Angriff nahmen. Diese Safari war ein ganz wunderbares Erlebnis. Nur leider konnte uns Pfarrer Mpolo hier nicht begleiten, da er unterwegs vom Tod seines Schwiegervaters erfahren hatte. Zur unserer Abholung am folgenden Tag kamen dann der Treasurer Herr Kihombo und unser früherer Treasurer Herr Ngesi. Zusammen fuhren wir in unser Hotel nach Makambako, was für uns recht abenteuerlich war, da die Straßen außerhalb der Hauptverkehrsverbindungen unvorstellbar holprig sind.

Schon bei seinem Besuch in Deutschland hatte uns Pfarrer Mpolo zum Gottesdienst in seiner Gemeinde eingeladen. So fuhren wir am Sonntagmorgen nach Ikwete. Dort wurde uns ein sehr herzlicher Empfang bereitet. Danach begann der festliche Gottesdienst. In der vollen Kirche sang die Gemeinde fröhliche Lieder, und die vielen Kinder tanzten ganz bezaubernd zu den Rhythmen. Das war sehr beeindruckend, sodass die knapp drei Stunden wie im Flug vergingen.

Anschließend waren wir zum Essen eingeladen. Wir staunten über das große Angebot und über die Tatsache, dass dieses köstliche Essen ohne Strom, nur auf kleinen Feuerstellen gezaubert worden war. Das Essen fand im großen Kreis statt, sodass wir uns noch lange unterhielten, bevor wir wieder zum Hotel zurückgebracht wurden.

Bei einem Rundgang am nächsten Tag wurde uns gezeigt, was alles mithilfe der Spenden aus Oberhaching in unserer Partnergemeinde aufgebaut worden ist. Zunächst das Frauenhaus, das ein wichtiger Treffpunkt für verschiedene Arbeitskreise und Besprechungen ist und auch für größere Feste benötigt wird. Außerdem befindet sich darin der Raum für den Kindergarten mit den neuen Bänken und Stühlen, die erst kürzlich aus Spendengeldern angeschafft wurden. Dieser Raum kann aber nicht ausschließlich als Kindergarten genutzt werden, da er auch noch für andere Zwecke benötigt wird. Deshalb wurde uns erklärt, dass die es der Gemeinde ein großes Anliegen ist, ein kleines Gebäude an das Frauenhaus anzubauen, in dem die Kinder ganz ihr eigenes kleines Reich erhalten. Etliche Steine für den Bau wurden schon gesammelt.

Auch die Erste-Hilfe-Station konnten wir besichtigen. Wir lernten Mama Flora und ihre beiden  Helferinnen kennen. Alles war sehr schön hergerichtet, doch die Auswahl an einfachen Medikamenten und besonders auch an Verbandsmaterial ist äußerst dürftig. Vor der Erste-Hilfe-Station

Das Dach der Kirche ist inzwischen vollständig repariert. So geht es Schritt für Schritt voran, auch wenn es noch viele Dinge gibt, die benötigt werden und wofür die nötigen Mittel leider fehlen.

Später in der Partnerschaftsausschusssitzung gab es noch viele Dinge zu besprechen. Unter anderem auch Wünsche und Ideen für den Container. Hierzu zählen vor allem Verbandsmaterial, Stifte für die Kinder, Solarlampen, aber auch Taschenlampen samt passender Batterien. Da die Entfernungen wirklich beträchtlich sind, werden auch immer Fahrräder gebraucht. Erstaunlich für uns, was man so alles auf einem Fahrrad transportieren kann. Zum Beispiel fünf große Kanister voll Wasser!!!

In alle dem war es den Menschen in Ikwete besonders wichtig, ihre Dankbarkeit für die Hilfe aus Oberhaching zum Ausdruck zu bringen, und das ließen sie uns ständig spüren. Wir waren mehrmals zum Essen eingeladen, auch bei Pfarrer Mpolo, der uns fast überall hin treu begleitete. Seine Frau und einen seiner Söhne lernten wir ebenfalls kennen. Die Zeit war für uns sehr schön und erlebnisreich, und wir waren gerührt von der Herzlichkeit, die uns allseits entgegengebracht wurde.

Unglaublich schnell nahte die Zeit, an die Rückreise zu denken. Pfarrer Mpolo ließ es sich natürlich nicht nehmen, uns zu begleiten. Die lange Busfahrt zurück nach Dar Es Salam unterbrachen wir mit einem kurzen, sehr angenehmen Besuch im Mikumi Nationalpark. So viele Tiere in freier Wildbahn zu sehen, ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Nur die Löwen, die unser Pfarrer so gerne gesehen hätte, ließen sich leider nicht blicken. Nach diesem Zwischenstopp ging es im übervollen Bus weiter nach Dar Es Salam, wo wir noch einen letzten gemütlichen Abend gemeinsam im Hotel verbrachten.

Trotz einer Erkältung bestand Pfarrer Mpolo darauf, uns bis zum Flughafen zu begleiten. Bei der sehr herzlichen Verabschiedung bat er uns, allen hier in Oberhaching seine Grüße und seinen Dank für unsere Unterstützung zu überbringen.

Viel haben wir von dem Land gesehen. Schönes und Trauriges, wie die unglaubliche Armut und die vertrockneten Felder, die wegen des Wassermangels eine sehr magere Ernte erwarten lassen. Umso stärker waren wir von der Fröhlichkeit, Offenheit und Herzlichkeit der Menschen beeindruckt und begeistert. Auch wenn die Reise manchmal anstrengend war, die Erfahrungen und Erlebnisse dort möchten wir nicht missen.

Doris Blöbaum